Ich habe Rücken

Schon seit Wochen tut es oben, unten und immer wieder in der Mitte weh. Statt dagegen mit Yoga anzuatmen, ziehe ich weiter die Schulter hoch, lümmel mich in Schieflage mit meinem Mac in den Sessel und halse mir mehr und mehr Aufgaben auf, die schwer auf meinen Schultern lasten.
Vorsatz für 2012: Der Rücken muss entlastet werden.

Gesagt, getan, habe ich mich und meinen Rücken heute in die Hände einer Thailänderin begeben. Das zarte, süße Wesen, das mich charmant begrüßt, stellt sich als Mogelpackung heraus, denn das unschuldige Ding kann zupacken wie ein ganzer Kerl!
Ausziehen, hinlegen und eine kurze Frage, wo ich Verspannungen habe, dann geht es los und das Elfengeschöpf beginnt mich mit ihren Händen zu bearbeiten. Sie knetet, walzt, drückt, klettert auf mich drauf und sucht wie ein Trüffelschweinchen mit Leidenschaft die harten Stellen an meinem Rücken. Einmal gefunden, beißt sie sich fest und lässt erst wieder los, bis selbst die härteste Stelle weich wie Wackelpudding wird.

Ich liege bäuchlings auf Tüchern und einem Nackenhörnchen und ergebe mich meinem Schicksal. Die kleinen Händen greifen fest zu und walzen über mich. Mein Rücken wird in die Mangel genommen. Ich versuche mich mit tiefer Yogaatmung zu entspannen. Einatmen. Sat. Ausatmen. Naaaaaaam…AUA!!


Nein, sie war nicht gerade zärtlich zu mir. Es knackte mehrmals bedrohlich zwischen meinen Schulterblättern. Meine Arme wurden nach hinten und vorne gedreht. Ich wurde im Gesamten hoch und nach hinten gezogen. (Wo nimmt das Persönchen die Kraft her?) Meine Beine über Kreuz gegen den Körper gestemmt. Der ganze Körper vibrierte wie eine Dampflok und ich musste die ganze Zeit an den Knochenbrecher aus dem Film „Soulkitchen“ denken.

Nach 30 Minuten war Schluss. „So, fertig!“ Ja, das beschrieb meinen Gemütszustand vollkommen. Ich und mein Körper waren fix und fertig. Das war harte Arbeit gewesen und hatte mit Entspannung so rein gar nichts zu tun.

Benebelt zog ich mich wieder an und fühlte langsam alle Wirbel meines Rückens durch. Alle noch dran. Danach wurde ich mit grünem Tee und der liebenvollen Frage, ob alles okay sei, versorgt.

„khop khun khaa.“ Ja, ich bin okay. Mehr als okay. Der Rücken ist wieder dehnbar wie Gummi. Herrlich. Keine Verspannungen, keine Blockaden. Wenn sich alle Knoten so schnell lösen lassen würden.

Die Euphorie hält vor bis ich Zuhause auf dem Sofa ankomme. Ich bin nach der intensiven Thaimassage müde. Sehr müde und muss meinem Körper ein bisschen Ruhe gönnen. Immerhin hat er gerade gegen alle Widerstände gekämpft, wurde mit einigen Handgriffen unter Energiefluss gesetzt und befindet sich nun in der Phase der Selbstheilung.
Ob ich wieder zur Thaimassage gehen werde… Unbedingt, aber vielleicht nicht direkt nächste Woche. So masochistisch bin ich dann auch wieder nicht.

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