Mrs. Streep – die Lady der Leinwand

Meryl Streep bewegt mich sehr“. Treffender hätte man diese Frau nicht beschreiben können, so wie es Björn Ulvaeus, Mitglied des erfolgreichen Schwedenquartetts ABBA tut.
Frei von Botox und Skandalen manifestiert sich in Meryl Streep, 62, der alte Glanz der Hollywoodgarde, die die neue Generation so vermissen lässt. Im Gesicht dieser Frau zeichnet sich Lebenserfahrung und Authentizität ab, die ihre Filme zu Erfolgsgaranten machen: Ob als Joanna Kramer im Familiendrama „Kramer gegen Kramer“, an der Seite von Robert Redford in „Jenseits von Afrika“ oder tanzend und singend in dem Musical „Mamma Mia!“.

Meryl Streep kann auf eine Karriere in Hollywood zurückblicken, die einzigartig ist und bereits 35 Jahre lang währt. Ihre Rollen wählt sie mit Bedacht aus und haucht jedem ihrer dargestellten Charaktere eine Tiefgründigkeit ein, die noch Tage nach dem Kinobesuch nachschwingt.
Streeps Vielfältigkeit hat auch die amerikanische Vogue für sich entdeckt und sie aktuell auf ihr Cover gehoben. Deren Chefredakteurin hat sie in Perfektion in der Rolle der Miranda Priestley im Film „Der Teufel trägt Prada“ gespielt und ihr satirische Züge verliehen. Als älteste Frau auf der Lifestyle-Bibel wird sie zur Pionierin der Golden Age Generation. Die Diskussionen um den Schönheits- und Jugendwahn nimmt sie mit der natürlichen Leichtigkeit einer Frau, die ganz mit sich im Reinen ist:

„Ich habe es bereits mit 20 Jahren aufgegeben mir über mein Alter und mein Aussehen Sorgen zu machen. Es gibt einen Job zu tun: Mein Leben zu leben und keinen Schönheitsidealen hinterher zu rennen.“

© 2011 Concorde Filmverleih GmbH

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Auch Hollywood hat sie vor vielen Jahren den Rücken gekehrt und lebt mit ihrem Mann, dem Bildhauer Don Gummer, in Connecticut. Streep ist Mutter von vier Kindern und sieht sich als ganz normale Hausfrau, die in ihrer Freizeit Filme dreht.
Kein schlechtes Nebeneinkommen, denn pro Film verdient sie mehrere Millionen und gehört zu den bestbezahlten Schauspielerinnen weltweit. Mrs. Streep ist die Königin der Leinwand. Sie kann auf 16 Oscar-Nominierungen und 2 Trophäen („Kramer gegen Kramer“ und „Sophies Entscheidung“) blicken. Eventuell wird dieses Jahr ein dritter Goldjunge in ihrem Zuhause Platz finden, denn Meryl Streep gilt schon jetzt als die Favoritin unter den Kritikern.
In ihrer aktuellen Rolle als ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher überzeugt sie im Film „The Iron Lady“, der in Deutschland am 1. März in den Kinos laufen wird.


Mit Hingabe hat sich die Amerikanerin die Gesten, Mimik und Sprache der britischen First Lady angeeignet. Für die Rolle der eisernen Lady verzichtete Meryl Streep auf einen Teil der Gage und spendete diesen unter anderem an das America’s National Women’s History Museum. Im britischen Königreich hatte der Film bereits Anfang Januar Premiere und spaltete dort die Nation. Beim Thema Maggie Thatcher kochen die Emotionen hoch, denn sie wurde in ihrer 11jährigen Amtszeit gehasst oder geliebt.

© 2011 Concorde Filmverleih GmbH

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Der Film lässt politisch zweifelhafte Entscheidungen der Premierministerin unkritisch stehen und die Konservative für ihre ehemaligen Gegner allzu menschlich wirken. Streep dagegen wird in ihrer Darstellung hoch gelobt und haucht der eiskalten Politikerin Tiefe und Seele ein. Ob konservative „Daily Mail“ oder liberale „The Times„: Bei der nächsten Anwärterin in Sachen Oscar ist England vereint. Einzig und allein Thatchers treuer Wegbegleiter Norman Tebbit kritisiert Streeps Performance und nennt sie „überemotional“.
Für Streep ist das Leben selbst das spannendste an der Rolle der Margaret Thatcher:

„Der beste Teil war für mich die Gelegenheit ein ganzes Leben in all seinen Facetten zu betrachten. Ich bin selbst an diesem Punkt meines Lebens, an dem ich auf mein eigenes zurückblicke. Manchmal ist es überwältigend wie groß ein Leben sein kann, wie vollgepackt es mit Momenten ist, die zu ihrer Zeit bedeutsam zu sein schienen. Doch dann realisierst du, dass es immer nur die Gegenwart ist die wichtig ist. Der aktuelle Tag, an dem wir leben. Dieser Moment. Das wichtige im Leben ist darin anzukommen und sich selbst zu finden.“

Keiner ist es so gut gelungen wie Meryl Streep. Für ihre Darstellung hat sie gestern bei den diesjährigen Golden Globes den Preis „Beste Schauspielerin“ erhalten. Auch die diesjährige Berlinale ehrt den facettenreichen Star. Sie wird im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele in Berlin mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Wir dürfen uns somit auf die Academy Awards freuen.

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Trackbacks

  1. […] Sie hat es geschafft! Gestern Nacht holte sich Meryl Streep ihren dritten Goldjungen in einem genauso goldigen Dress ab. Für Ihre Darstellung der Margaret Thatcher in “The Iron Lady” ehrte die Academy-Jury sie zur besten Schauspielerin. Ihre Rede war aufrichtig, natürlich und voller Herzenswärme. Sie überstrahlte mit ihrem Lächeln die gesamte Veranstaltung und das lag nicht alleine an ihrem auffälligen Kleid. Eine Gewinnerfarbe, denn sie nahm bereits 1983 in einem güldenen Gewand ihren zweiten Oscar für ihre Rolle in “Sophie’s Choice” entgegen. Meryl Streep bleibt die Königin der Leinwand. […]

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